Presse-Zitate

Premieren-Kritiken

Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung

Oh, wie verrucht!

Unterstützt durch die Musik Heribert Fecklers weidet sich der Regisseur Dirk Witthuhn am Sex-Appeal des Rotlichtmilieus, würzt Historisches mit aktuellen Details, parodiert das frisch erwachte Selbstbewusstsein der Nachkriegsnation, erfindet eine schmissige Sekretärinnen-Revue hinzu. „Das ist der Vorteil beim Musical“, sagt Witthuhn. „Es ist vieles erlaubt.“


Der Spiegel

Das Mädchen mit dem Mercedes

Nun bringt es Rosemarie Nitribitt, die 1957 in Frankfurt am Main in ihrem Luxus-Appartement ermordet aufgefunden wurde, zur Musical-Heldin. Sehr kurzweilig schildern in Düsseldorf Dirk Witthuhn (Buch und Regie) und Heribert Feckler (Musik) das Schicksal der Edelhure. Das größte Plus der Aufführung ist Hauptdarstellerin Anna Montanaro: Sie sieht der historischen Nitribitt nicht nur verwirrend ähnlich, sondern bringt auch deren flirrende Erotik, Lebens- und Raffgier glaubhaft über die Rampe.


Die Zeit

Wunderhure

Das ist Düsseldorfs neuer Beitrag zur Musicalkultur. Wer Anna Montanaro in der Titelpartie erlebt, ahnt die Saugkraft von platinblondem Haar und Wespentaille. Die Musik ist charmant, und die kleine Band wirft sie mit Schmackes in den Saal.


Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Mädchen und der Tod

Endlich auch als Musical: Das kurze Leben der Frankfurter Lebedame Rosemarie Nitirbitt – frei nach Erich Kuby

Man muss den Hauptproduzenten Dirk Witthuhn (Textdichter und Regie), Heribert Feckler (Komposition und musikalische Leitung), Manfred Gruber (Bühnenbild), Paul Kribbe und James de Groot (Choreographie) zunächst ein pauschales Lob aussprechen. Die Songs und Begleitmusiken einer kleinen Combo hinter der Bühne wechseln chamäleonartig von stilgerechtem Barjazz und Tipitipitipso-Sound der fünfziger Jahre zum bombastischen Hardrock und zum Rap unserer Zeit.



Süddeutsche Zeitung

Der Kopf der Nitribitt

Das Mädchen Rosemarie – die Geschichte von Deutschlands berühmtester Maitresse als Musical in Düsseldorf

Am Düsseldorfer Capitol Theater ist „Das Mädchen Rosemarie“ als Musical nun wiederauferstanden, glanzvoll und manchmal auch etwas erbärmlich, genau so, wie das Leben der Nitribitt gewesen sein mag. Anna Montanaro ist in dieser Rolle mehr als überzeugend, darstellerisch wie stimmlich. Regisseur Dirk Witthuhn hat in ihr seinen Text mit der Musik von Heribert Feckler höchst stimmig verwoben. Glamourös der Auftritt des Sekretärinnenballetts und die Einlagen der Freudenmädchen. Die ganze Truppe schien jeden Moment um ihr Leben zu spielen.


Die Welt

Musical-Textdichter und Regisseur Dirk Witthuhn hat sich durch den Roman von Erich Kuby nach seinem Drehbuch für den ersten Rosemarie-Film anregen lassen. Der knappe, klare Stil ist auch auf der Bühne zu spüren, die Szenen sind kurz, die Übergänge schnell wie Filmschnitte. „Das Mädchen Rosemarie“ ist kein Ausstattungsmusical, sondern setzt auf Musik und Schauspieler. Das zeigt, dass neben den Großproduktionen und Nostalgierevuen noch eine andere Musicaltradition weiter lebt.


Rheinische Post

Eiapopeia mit einem Vamp

Das ist etwas Neues im Erlebnisparadies Musical. Ein Musical mit Pauken und Trompeten, mit süßem Streicherzimt und rauschenden Effekten ist es mitnichten, eher ein freches Vaudeville, ein Songspiel; die Autoren kokettieren mit dem fernen Paten Kurt Weill. In den schönsten Momenten, wenn die kleine Band Gas gibt oder sich lasziv zum Tango räkelt, hat zumal Fecklers Musik ganz subversiven Charme. Sie versteht etwas vom Swing. Und sie hat ein paar kostbare Balladen, etwa wenn der Wirtschaftskapitän Alfons Bruster (Norbert Lamla) singt.

Eine ergiebige Sonderrolle fällt Karin Kern zu, die sich als Schmitts Sekretärin Berta Endrikat mit bombastischer Hornbrille und aufrichtigem Herzen ins selbige des Publikums spielt. Das Ensemble spielt pfiffig, eins greift ins andere, der Luxus ist nirgends Kulisse, er findet im Kopf des Betrachters statt.


Kölnische Rundschau

Fröhlich im Leben

„Ein großes Musical“, sagte Leonard Bernstein, „erkennt man daran, dass man es auch ohne Musik spielen kann.“ Genau so ein Wurf gelang nun den Produzenten Thomas Krauth und Andrea Friedrichs, die dem jungen Autor und Regisseur Dirk Witthuhn die Chance gaben, im Düsseldorfer Capitol Theater sein erstes Musical aufzuführen. Ironie des Schicksals: „Das Mädchen Rosemarie“ wurde 1933 in Düsseldorf geboren und fand hier auch ihre letzte Ruhestätte seines allzu kurzen Lebens. Die Inschrift des Grabsteins „Nichts Besseres darin ist, denn fröhlich sein im Leben“ ist nun auch der musikalischen Zeitrevue als Motto vorangestellt.

Doch jenseits „der Nitribitt“ gab es auch den Menschen Rosemarie, der nicht nur vom Geld, sondern auch vom großen Glück träumte. Diese Zwiespältigkeit stellt Witthuhn ins Zentrum seiner Bühnenversion, die immer die Balance zwischen Melodram und satirischer Zeitrevue hält. Im funktionalen Bühnenbild von Manfred Gruber tummelt sich ein präzis geführtes Ensemble, das nur so vor Spielfreude sprüht. ... Das größte Pfund der stringenten Inszenierung sind aber die Darsteller: Bei Broadway- und Westend-Star Anna Montanaro wissen wir ja, was wir an ihr haben – nur dass sie hier ihre Musical-Qualitäten noch mimisch krönt. Und Bernhard Bettermann brilliert in seiner ersten Musicalrolle mit einer ungeheuren Bühnenpräsenz.


Kölner Stadt-Anzeiger

Die Zaubermaus aus Trizonesien

Ein bisschen erinnert die Platin-Blondine mit den kirschroten Lippen an Marylin Monroe: Der Musical-Star Anna Montanaro verleiht ihr gleichzeitig Sex-Appeal und eine Portion Verletzlichkeit, die langsam aber sicher zu Trotz und Wut werden. Dass der Komponist, Arrangeur und musikalische Leiter Heribert Feckler kräftig in der Kiste aus Unterhaltungsmusik gewühlt und in den vergangenen Jahrzehnten gewildert hat, führt zu einem frischen Mix aus Schlager und Jazz, Barsound und Swing, rockigen Rhythmen und Rap-Anklängen.


Westdeutsche Zeitung

Ein Tänzchen auf dem Parkett der Promiskuität

Wenn’s ans Eiapopeia geht, quietscht nicht nur die Matratze lustvoll. Auch die Münzen klimpern sündig, denn Rosemarie ist nicht billig. Als Edelprostituierte wickelte sie die männliche Geschäftswelt der 50er Jahre um den Finger. Selbstbewusst, blond, lasziv – Anna Montanaro passt fast schon zu perfekt in die Rolle der Rosemarie. Euphorisch saugt sie jedes Stückchen Leben in sich auf, als wüsste sie, dass es nicht lange währt. Stimmgewaltig singt sie sich ihren Liebeskummer von der Seele. Bernhard Bettermann gibt als Hartog seinen Musicaleinstand. Erfrischend natürlich und verletzlich gestaltet er den Wirtschaftsboss.


Bonner Generalanzeiger

Ein Silberfisch im Dreck der Gosse

Für Hauptdarstellerin Anna Montanaro ist die Rolle der Rosemarie maßgeschneidert. Nicht nur, weil sie sich bereits durch frühere Rollen – als Dirne „Lucy“ in „Jekyll & Hyde“ und als Sängerin Sally in „Cabaret“ – bestens in der Halbwelt auskennt, sondern weil sie, vom Aussehen her, die Schwester der Nitribitt sein könnte. Wenn die Freier mitsamt ihren Faibles im Schnelldurchlauf vorgeführt werden, dann ist das fast so witzig wie in „Personal Service“. Diese Komik, aber auch das plüschige Club-Ambiente und ein praller Stoff, aus dem die Boulevardpresse Bütten presst, sind die Pfunde, mit denen „Das Mädchen Rosemarie“ wuchern kann. Als „Silberfisch im Dreck der Gosse“, der im „Wirtschaftskarpfenteich“ den Freischwimmer macht, steht Rosemarie für Sex und Crime, Luxus und Glamour, Nostalgie und den Mythos der Nachkriegszeit.


Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung

Sklaven im Spiel um Sex, Macht und Moneten

Zu einem geheimnisvollen Nostalgie-Trip verführt „Das Mädchen Rosemarie“ das Publikum im Düsseldorf Club des Capitols – frech, frivol und fatal. Broadway-Star Anna Montanaro verkörpert die Edel-Hure souverän. Aufstieg und Fall der schillernden Lebedame bringt Autor und Regisseur Dirk Witthuhn nach den Motiven des Romans von Erich Kuby auf die Rampe. Pointiert beleuchtet er dabei weniger den so naiven wie berechnenden Charakter der Nitribitt als die moralischen Abgründe des Jetsets der 50er. Besonders die Ensemble-Szenen geizen weder mit schlüpfrigen Texten noch mit parodistischem Augenzwinkern: „Zaubermaus aus Trizonesien“, „Herrenreiterei“, „Baby Doll“ und „Herz aus Eisen und Eis“ entlarven Aufsteiger wie Opfer der Story als Sklaven des Spiels um Sex, Macht und Moneten. Wenn die Nitribitt reihenweise biedere Netzstrumpf-Fans und Wollwäsche-Träger ranlässt, wird’s dagegen fast komödiantisch – die Zuschauer amüsieren sich prächtig.


Neue Westfälische

Biedermann in Strapsen

Deutsche Biedermänner der 1950er Jahre treten ein, reißen sich ihren Trenchcoat vom Leib und stehen auf der Bühne in wollener Unterwäsche – oder gar schwarzem Mieder und Strapsen. An Ironie mangelt es in dem Musical „Das Mädchen Rosemarie“ keineswegs. Das stimmungsvolle Bühnenstück um das Frankfurter Rotlichtmilieu zu Wirtschaftswunder-Zeiten wurde von den rund 400 Premierengästen immer wieder mit „Bravo“-Rufen und stürmischem Beifall unterbrochen.


Bild Zeitung

Liebesmädchen Rosemarie – es hat alle verzückt!

Riesen-Beifall und immer wieder Bravo-Rufe bei der Premiere des Musicals um den Aufstieg und Fall einer Edel-Hure im Club vom Capitol Theater.


Express

Capitol: Jubel um Rosemarie

Stehende Ovationen, Riesen-Applaus – das Musical um „Das Mädchen Rosemarie“ feierte gestern Abend Premiere im Capitol. (22.01.04)


Express

Zauberhafte Anna riss alle mit!

In der Hauptrolle: Anna Montanaro. Grandios gab sie die Edelhure Nitribitt, erntete laute Bravo-Rufe. (23.01.04)


Rp-Online

Rasant, kurzweilig, ironisch und witzig entlarvt die neue Musical-Produktion des Düsseldorfer Capitol-Theaters die Doppelmoral von Deutschen Biedermännern der 50er Jahre. Den Produzenten Thomas Krauth und Andrea Friedrichs ist nach „Miami Nights“ mit dem ungewöhnlichen Stoff aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu erneut eine Erfolg versprechende Eigenproduktion gelungen. Das Theater-Musical kommt ohne Anleihen vom Broadway oder vom Londoner Westend aus.


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